Im Januar 2014 reiste Simon Schoch im Rahmen eines fotografischen Projekts nach Liberia. Die Begegnungen mit Armut und fehlender Infrastruktur prägten ihn tief und führten zur Gründung von Run For. Wenige Monate später brach die Ebola-Epidemie aus. Als Antwort organisierte Run For den ersten Spendenlauf, der grosse Solidarität auslöste und erste Spendengelder brachte. Damit konnten Aufklärungskampagnen gegen Ebola sowie erste Hilfsmassnahmen für Schulen und Kinder unterstützt werden. 2014 markierte den Beginn der direkten Projektarbeit – und legte den Grundstein für alle weiteren Aktivitäten.



2015 stand ganz im Zeichen von Sport und Begegnungen. In der Schweiz fand der 2. Spendenlauf statt, der erneut wertvolle Spenden einbrachte. Gleichzeitig reisten Roger, Raffael und Simon nach Liberia. Ein Höhepunkt war die Teilnahme von Roger am Liberia Marathon, der nach der Ebola-Epidemie wieder stattfinden konnte. Zudem besuchten sie die Diana E. Davies Schulen und das Waisenhaus, wo Run For den Bau eines Sportplatzes ermöglicht hatte. Auch die Studentenorganisation Kriterion Monrovia, die während Ebola Aufklärungsarbeit leistete, wurde getroffen. Die Reise machte deutlich: Bildung, Aufklärung und Infrastruktur sind entscheidend für Liberias Zukunft.


Simon Schoch erhielt im 2016 den TOYP-Award der Jungen Wirtschaftskammer Schweiz (JCI) für seinen Beitrag zu Kinderrechten und Frieden. Gemeinsam mit dem Modelabel bknd wurde ein Charity-Shirt lanciert, dessen Verkaufserlös Run For zugutekam. In Liberia unterstützte die Organisation die Renovation des Auditoriums der Diana E. Davies Schule. Im Dezember reisten Simon und Salome nach Monrovia, wo sie die Schule und das Waisenhaus besuchten, aber auch wieder ein Fotoprojekt hatten. Besonders erfreulich: Der im Vorjahr finanzierte Sportplatz wird intensiv genutzt.


Trotz eines ruhigeren Jahres wurden 2017 erneut wichtige Projekte realisiert. Die umfassende Bibliotheksrenovation an der Diana E. Davies Schule konnte abgeschlossen werden. Zudem verteilte Run For gemeinsam mit Partnern über 500 Fussbälle an Kinder der Schule und des angeschlossenen Waisenhauses. Auch ein Spendenaufruf für Weltatlanten und weitere Lehrmittel fand breite Unterstützung. Im Alltag blieb der Kontakt zu Christoph in Liberia wichtig, der als lokale Vertrauensperson regelmässig die Projekte besuchte und über Fortschritte berichtete.


2018 wagte sich Run For an neue Veranstaltungsformate: Der erste Charity-Kinoabend mit afrikanischem Apéro in Uznach war ein voller Erfolg. Gezeigt wurde der Dokumentarfilm «Bounty», begleitet von kulinarischen Highlights. Die Spendeneinnahmen flossen direkt in das nächste Infrastrukturprojekt: die Ausstattung des Schullabors der Diana E. Davies Schule mit Mikroskopen, Skelettmodellen und Schulmaterialien. Noch wichtiger: Fritz und Simon reisten im 2018 nach Monrovia und es wurden neue Kontakte geknüpft, unter anderem mit Constance Briggs-Collins, Gründerin des JESCOR Learning Centers.


2019 erhielt Run For die Steuerbefreiung im Kanton St. Gallen – ein wichtiger Meilenstein. Gleichzeitig konnten mehrere Projekte umgesetzt werden: Am JESCOR Learning Center wurden eine Überdachung und die Pflasterung des Schulhofs realisiert, das Waisenhaus von Diana E. Davies erhielt neue Möbel. In Ruanda entstand an der Ecole Primaire Kuruganda ein Klassenzimmer mit Inventar. Für Sichtbarkeit sorgte die Verlosung eines Trikots von Allen Njie, damals Spieler bei den Grasshoppers Zürich. Zudem reisten Fritz, Rafael und Christian nach Liberia, besuchten Schulen und das Waisenhaus und stärkten den Austausch vor Ort.


Die Corona-Pandemie 2020 veränderte auch das Wirken von Run For. Geplante Events wie der Lonestar-Cup mussten abgesagt werden. Trotzdem wurde die Projektarbeit fortgeführt. In Ruanda konnte an der Ecole Primaire Kuruganda ein zweites, barrierefreies Klassenzimmer errichtet werden. In Liberia wurde im JESCOR Learning Center die Sanierung der Bodenbeläge in den Schulzimmern umgesetzt. Auch wenn Reisen und Begegnungen erschwert waren, blieb der Kontakt zu lokalen Partnern eng.


Trotz anhaltender Pandemie wurde 2021 genutzt, um mit alternativen Wegen sichtbar zu bleiben. Am Weihnachtsmarkt in Schänis präsentierte sich Run For mit einem Stand und afrikanischen Spezialitäten. In Liberia wurde der Sportplatz der Diana E. Davies Schule erneuert und neue Lehrerpulte bereitgestellt. In Ruanda unterstützte Run For das Global Happiness Center mit Nähmaschinen und Friseurausstattung zur Förderung der Berufsausbildung junger Frauen und Männer. Besonders wertvoll war die Reise unserer Mitglieder Debora und Mim nach Liberia – sie besuchten Projekte vor Ort, tauschten sich mit Partner:innen aus und stärkten die emotionale Verbundenheit.


2022 war ein Jahr der Kreativität und Rekorde. Zum ersten Mal wurde das African Pop-Up-Restaurant in Schänis durchgeführt. 80 Gäste genossen liberianische Gerichte, begleitet von Geschichten und Musik. Parallel wurden in Liberia und Ruanda erneut wichtige Projekte umgesetzt: Sanierung von vier Klassenzimmern an der Hephz Foundation School, Lieferung von Computern ans JESCOR Learning Center, und der Start des Baus einer Bibliothek und eines Lehrerzimmers in Kuruganda. Zusätzlich erliefen Senioren des FC Uznach-Weesen bei einem Spendenlauf mehrere tausend Franken.


Nach längerer Pause fand 2023 der 3. Spendenlauf statt – mit rund 30 Teilnehmenden, die innerhalb von 30 Minuten so viele Runden wie möglich liefen. Die grossartigen Einahmen konnten direkt für neue Projekte eingesetzt werden. In Liberia wurden an vier verschiedenen Schulen konkrete Massnahmen umgesetzt, etwa die Sanierung von Bibliotheken, der Aufbau von Computerstationen und die Installation einer Solaranlage an der Annie Banks Williams High School. In Ruanda wurde an der Ecole Primaire Kuruganda Inventar für die neue Bibliothek geliefert.


Ein ganz besonderes Jahr: Run For feierte im 2024 sein 10-jähriges Bestehen. Zum Auftakt wurde erneut ein exklusives Trikot vom FC Vaduz des liberianischen Nationalspielers Allen Njie verlost. Im November folgte das zweite African Pop-Up-Restaurant – erneut ausverkauft und ein voller Erfolg. Projektseitig wurde der Schulneubau der Hephz Foundation School weitergeführt – Dach, Fenster, Toiletten und Aussenbereich wurden realisiert. Zudem wurden an der Grace Baptist Ministry die Klassenzimmerdecken renoviert.


Auch nach zehn Jahren bleibt Run For voller Energie. Jede Spende zählt und trägt dazu bei, Kindern bessere Bildungschancen zu ermöglichen. Der Fokus liegt weiterhin auf Investitionen in Bildung und der gezielten Unterstützung von Projekten. Neben Liberia und Ruanda prüft die Organisation erste neue Engagements in Uganda und Indien. Auch im Vorstand gibt es Veränderungen: Neu verstärken Ramona (Finanzen) und Debora (Beisitzerin) das Team. Mit diesen frischen Impulsen blickt Run For optimistisch in die Zukunft – bereit, auch im zweiten Jahrzehnt nachhaltige Wirkung zu entfalten.

